Alexander Sergejewitsch Puschkin
Alexander Sergejewitsch Puschkin wurde 1799 in Moskau in eine russische Adelsfamilie hineingeboren. Seine Herkunft verband ihn auch mit der Geschichte des Russischen Reiches: Sein Urgroßvater mütterlicherseits, Abram Hannibal, war afrikanischer Abstammung und gelangte als Kind an den Hof Peters des Großen. Puschkin erhielt seine Ausbildung am Lyzeum in Zarskoje Selo, wo er früh zu schreiben begann. Mit Gedichten, die politische Kritik erkennen ließen, geriet er in Konflikt mit der Obrigkeit und wurde aus der Hauptstadt in den Süden des Reiches verbannt. Später durfte er nach St. Petersburg zurückkehren, blieb aber unter staatlicher Aufsicht. 1837 starb er nach einer Verwundung in einem Duell. Puschkin schrieb in einer Zeit, in der sich die russische Literatur von stark europäisch geprägten Vorbildern löste und eine eigenständige, moderne Literatursprache entwickelte.
Zu seinen bekannten Werken zählen „Eugen Onegin“, „Boris Godunow“, „Die Hauptmannstochter“, „Pique Dame“ und „Ruslan und Ludmila“. In ihnen begegnen Fragen von Freiheit und Pflicht, Liebe und gesellschaftlicher Erwartung, Macht und persönlicher Verantwortung. Puschkin wechselt mühelos zwischen Ironie und Ernst; seine klare, bewegliche Sprache kann zugleich elegant und überraschend direkt wirken. Oft lässt er Figuren mit widersprüchlichen Motiven auftreten, statt sie einfach in Helden und Schurken einzuteilen. Seine Texte wurden für zahlreiche spätere russische Schriftsteller zu einem wichtigen Bezugspunkt und prägen bis heute das Bild der russischen Literatur. Wer Puschkin entdecken möchte, kann in dieser Sammlung mit sehr unterschiedlichen Werken beginnen und dabei beobachten, wie vielfältig sein Ton ist.
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